Franz Fink

Franz Fink SonnenMoor

Franz Fink – Gründer von SonnenMoor

Lebenslauf von Franz Fink dem Moor- und Kräuterheiler

Franz Fink Gründer von SonnenMoorOft fragen mich die Leute: „Wie wird man denn Moor- und Kräuterheiler? Das kann man ja an keiner Schule lernen.“ Blicke ich heute zurück, weiß ich, dass vieles, was in meinem Leben geschehen ist, einen tieferen Sinn hatte. Nämlich den Sinn, anderen Menschen zu helfen. Vor allem weiß ich heute auch, dass es vieles zwischen Himmel und Erde gibt, das man sich weder selbst noch einem die Wissenschaft erklären kann. Dennoch geschieht es, wie mir immer wieder tausende Menschen in ihren Briefen bestätigt haben.

Von wegen Sonntagskind

Meine Hebamme begrüßte mich mit den Worten: „So was Verrücktes. Muss der heut bei Blitz und Donner die Menschen durch die Nacht jagen, nur um noch ein Sonntagskind zu werden. Bin neugierig, was aus dem Jungen einmal werden wird!“ Damals, am 5. Juni 1921, glaubte man bei uns noch, Sonntagskinder seien ganz besondere Glückskinder. Dass ich ein solches wirklich war, kann ich heute, 86 Jahre später, bestätigen. Nur, bis dahin waren viele Hürden zu überwinden, viele Krankheiten und missliche Lebensumstände zu bewältigen. Meine Mutter war Schneiderin und unverheiratet. Weil es damals noch keinen Mutterschaftsurlaub gab, musste sie gleich nach der Geburt wieder arbeiten gehen. Der Arbeitsplatz war 15 Kilometer von unserem Zuhause entfernt, so bekam ich statt der Mutterbrust die Flasche von meiner Großmutter. Bei ihr verbrachte ich die ersten Wochen. Als sie selbst schwer krank wurde, kam ich zur Pflege in eine andere Familie. Das große Los hatte ich mit dem Pflegeplatz nicht gezogen, denn die Leute waren selbst sehr arm, und als sie dann ein eigenes Kind bekamen, musste ich bald wieder fort zu einer anderen Pflegefamilie. Inzwischen hatten sich meine Eltern voneinander getrennt und meine Zukunft wurde noch ungewisser. Aber das bekam ich alles noch nicht richtig mit. Als dann meine Großmutter wieder gesund wurde, wendete sich das Blatt zu meinen Gunsten. Bei ihr gab es zwar auch keinen Reichtum, aber immerhin genug zu essen.

Mein Großvater war Schuhmachermeister. Wir wohnten in einem kleinen Häuschen und besaßen ein paar Kühe. Mein Urgroßvater war Bauer und auch ein Kräuterheiler. Meine Großmutter hatte auch eine besondere Begabung. Sie war Wenderin. So bezeichnete man damals Menschen, die Krankheiten von jemandem abwenden konnten. In früheren Zeiten hätte man sie vielleicht als Hexe verbrannt, denn sie konnte Blut stillen. Wenn sich jemand einen Zahn herausreißen ließ und der Arzt die Blutung nicht stillen konnte, dies geschah damals mangels geeigneter Medikamente öfter, schickte er denjenigen zu meiner Großmutter. Diese sagte ihr Sprüchlein auf und Minuten später kam die Blutung zum Stillstand. Eine Sache, die man sich damals nicht erklären konnte.

In der Zwischenzeit hatte meine Mutter einen anderen Mann geheiratet, doch bald zeigte sich, dass das Glück ihr auch hier nicht wohlgesonnen war. So blieb ich bei meinen Großeltern. Sie waren herzlich, verwöhnten mich aber nicht. Mit meiner Großmutter sammelte ich Kräuter und lernte dabei schon einiges über die Heilpflanzen. Viel hab ich damals auch von meinen vier Onkeln gelernt. Einer von ihnen arbeitete in der Lederfabrik. Und weil es damals auch schon Auftragsflauten gab, war er öfter arbeitslos. In dieser Zeit brachte er mir allerhand Praktisches bei. Pfeil und Bogen und Steinschleudern waren unsere ersten gemeinsamen Kunstwerke. Es hatte schon sein Gutes, wenn man mit Onkeln aufwuchs, die allesamt handwerklich begabt waren. So lernte ich bald, mir vieles selbst zu richten, was mir im Leben immer wieder zugute kam. Weil meine Großeltern viel arbeiteten, wuchs ich selbstständig und frei in der Natur auf. Für einen Buben wie mich hatte Wasser immer eine ganz besondere Faszination. Der Bach entlang meines Schulwegs wurde nach einem Unwetter zum Fluss. Durch den Regen war die Wiese noch ganz nass, und ich rutschte bei dem Versuch ihn zu überspringen aus. Ich konnte damals noch nicht schwimmen, aber wie durch ein Wunder erreichte ich das rettende Ufer. Klatschnass kam ich zu Hause an. Die Rechnung für meinen Übermut bekam ich aber gleich präsentiert. Die Stelle an meinem Arm, an der ich einige Tage zuvor geimpft worden war, entzündete sich. Ich bekam über 40 Grad Fieber und mein Arm schwoll ganz dick an. Meine Großmutter war auch diesmal wieder mein rettender Engel. Mit selbstgemachter Zugsalbe und Arnikatropfen rückte sie der Blutvergiftung zu Leibe.

Als ich zwölf Jahre alt war übergaben meine Großeltern ihr Häuschen an einen meiner Onkel und gingen in den Austrag (Altersversorgung). Als die Frau meines Onkels dann ein Kind bekam, wollte ich nicht mehr zu Hause bleiben. So kam ich zu einem Bauern in der Nähe als Hüterbub. Von dort besuchte ich bis zum 14. Lebensjahr noch die Dorfschule. Geld für eine Lehrstelle, die man damals bezahlen musste, war nicht da und so blieb ich Hüterbub. Damit war meine Kindheit endgültig vorbei. Von nun an hieß es in der Früh um halb vier Uhr aufstehen und den ganzen Tag bis halb acht arbeiten. Und weil die Zeiten allgemein schlecht waren, wechselte ich fast alle Jahre zu Lichtmess die Arbeitsstelle. Mariä Lichtmess ist 40 Tage nach Weihnachten. An diesem Tag nahmen damals die Bauern ihre Arbeit auf dem Feld wieder auf und stellten die Erntehelfer ein. In dieser Zeit hatte ich einige Erlebnisse, die mich beinah das Leben gekostet hätten. Einmal rutschte ich beim Waschen nach der Getreideernte vom Ufer eines Stauwerks ab und wurde, ich konnte damals immer noch nicht schwimmen, mitgerissen. Beim nächsten Sturz ins Wasser konnte ich zwar schon schwimmen, schlug aber mit dem Kopf auf einem Baumstamm auf, verlor das Bewusstsein und ging unter. Ob es Schicksal, Bestimmung oder ein besonderes Glück war, dass ich auch diese beiden Unfälle heil überlebte – wer kann das schon genau sagen?

In der Landwirtschaft blieb ich noch bis 1941. Dann, mit 20 Jahren, wurde ich zum deutschen Heer eingezogen. Ich kam an die heiß umkämpfte französische Front. Bei einem Artillerieangriff schlug ein langer Granatsplitter in unseren Schützengraben ein. Der Sanitäter und drei meiner Kameraden kamen dabei ums Leben. Natürlich gab es im Verlauf des Krieges noch viele Möglichkeiten, zu Tode zu kommen. Aber wie schon öfter in meinem Leben hatte ich auch hier wieder ein besonderes Glück und überstand den Krieg unversehrt. Nach dem Krieg landete ich, wie die meisten Kriegsteilnehmer, in einem Gefangenenlager, aus dem ich Ende 1945 entlassen wurde. Aus dieser Zeit hatte ich mir, vom vielen Liegen auf der blanken Erde, ein schmerzhaftes Rheuma zugezogen. Dass diese Krankheit es war, die mich dann später zur Kräuterheilkunde brachte, bemerkte ich aber erst Jahre später.

Mitten im Leben

Meine Großmutter war in der Zwischenzeit gestorben und es ging mir wie den meisten Menschen zu dieser Zeit, ich stand vor dem Nichts. In der Landwirtschaft wollte ich nicht mehr arbeiten. Ich sah darin keine Zukunft für mich. Ich habe versucht mich mit der Herstellung von Bürsten und Rosshaarbesen und später mit dem Vertrieb von handgemachten Steppdecken über Wasser zu halten. Nach einigen Enttäuschungen nahm ich eine Stelle als Handelsvertreter einer Kükenbrüterei an. Ich verkaufte Küken und Legehennen. Ich war selbstständig, mein eigener Herr und verdiente gut.

Meine ersten eigenen Kräutererfahrungen

Im Laufe der Zeit plagte mich das Rheuma, das ich aus dem Krieg mitgebracht hatte, immer stärker und ich ging zum Arzt. Er verschrieb mir Medikamente. Hätte ich damals schon gewusst, welche Nebenwirkungen diese haben können, hätte ich gleich abgewinkt. Nach der Einnahme bekam ich Blähungen, Bauchkrämpfe und Schwindelanfälle. Ich ging erneut zum Arzt, der daraufhin das Medikament absetzte und mir Kurzwellenbestrahlungen verordnete. Das half nicht gegen die Schmerzen und so ließ ich das Ganze sein. Zu dieser Zeit hatte ich gerade meine Frau kennen gelernt. Wir heirateten und bekamen drei Kinder. Und weil es damals bei uns noch keine Kindergärten gab, musste meine Frau unsere Kinder zu Hause betreuen. Was meine Frau Anna betrifft, da war ich ein richtiges Sonntagskind: Sie war herzlich, fürsorglich, tüchtig und geschickt. Ohne sie hätte ich das alles niemals geschafft.
Es gab damals sehr harte Konkurrenz auf dem Lande mit dem Verkauf von Küken und Legehennen. Kranksein konnte man sich nicht leisten. Ich musste bis spät in die Nacht hinein arbeiten, denn ich hatte ja mittlerweile eine große Familie zu versorgen. Es kam, wie es kommen musste. Ein großer Zusammenbruch löste bei mir eine schwere Nervenkrise und Depressionen aus. In meiner Verzweiflung suchte ich wieder einen Arzt auf. Er verschrieb mir Medikamente gegen meinen niedrigen Blutdruck und Tabletten gegen meine Blähungen. Als er mir auch noch Antidepressiva verschreiben wollte, winkte ich ab, denn ich kannte einen Mann, der nach der Einnahme von Antidepressiva in der Nervenheilanstalt gelandet war.

Bei Föhnwetter, welches bei uns im Salzburger Voralpenland nicht selten ist, konnte ich vor Schmerzen überhaupt nicht arbeiten. Ich war müde und zerschlagen, hatte starke Kopfschmerzen und war schon nach ein paar Stunden Arbeit so geschafft, dass ich mich hinlegen musste. So konnte es mit mir nicht weitergehen. In diesem Moment besann ich mich auf meine Großmutter und ihre Kräuter. In einem ihrer alten Kräuterbücher fand ich zahlreiche Heilkräuter abgebildet und viele Rezepte gegen alle möglichen Leiden. Ich suchte mir die Rezepte heraus, die auf meine Krankheiten zutrafen. Ich stellte mit viel Mühe die Kräuter zusammen, die ich dafür brauchte. Mit viel Hoffnung machte ich mich an die Zubereitung eines Tees. Ich trank den Tee über eine längere Zeit, aber es geschah nichts. Enttäuscht stand ich nun vor meinen Kräutern. Da kam ich auf die Idee mir selbst ein Kräuterrezept zusammenzustellen. Es sollte ein allerletzter Versuch werden. So ging ich daran, ein paar andere Kräuter zu verwenden und bei solchen, die ich schon bei meinem ersten Versuch verwendet hatte, erhöhte ich die Dosierungen. Mit nicht besonders großen Hoffnungen begann ich den Tee zu trinken. Aber nun wurde ich wieder eines Besseren belehrt. Schon nach ein paar Tagen waren meine Blähungen und die Magenkrämpfe verschwunden. Ein schöner Teilerfolg, der die Hoffnung aufkommen ließ, dass meine Nerven und mein Kreislauf sich auch wieder normalisieren würden. Meine Hartnäckigkeit und meine Geduld wurden belohnt, nach 14 Tagen stieg mein Blutdruck wieder an, und mein Allgemeinzustand besserte sich zusehends. Zum Glück hatte ich mir ein Rezept für die Mischung aufgeschrieben und alle verwendeten Kräuter ganz sorgfältig mit einer Briefwaage abgewogen, um bei Bedarf diesen Tee wieder machen zu können. Ich nannte diesen Tee damals Magenwohl Herz- und Nerventrost. Angetan von der guten Wirkung dieses Tees begann ich während der Genesungszeit auch eine Einreibung und eine Salbe gegen mein Rheuma herzustellen. Über Wochen hinweg habe ich damit die schmerzenden Stellen fünf bis sechs Mal täglich eingerieben und eingecremt. Mein Rheuma besserte sich erheblich im Laufe der Zeit.

Erste Begegnungen mit dem Moor

Wie schon erwähnt, hatte ich eine Handelsagentur und verkaufte Legehennen. Eines schönen Tages las ich in einer Zeitung eine Annonce, in der ein Vertreter für Heilmoorprodukte gesucht wurde, der Moorbäder, Moorcremen und auch Moor zum Einnehmen sowie ein Moorpräparat für kranke Nutztiere verkaufen sollte. Durch meine guten Kontakte zu den Bauern, denen ich seit Jahren Küken und Hühner verkaufte, hatte ich schnell gute Verkaufserfolge mit den Moorprodukten und einen zusätzlichen Verdienst.
Da ich meine Kunden mehrmals im Jahr besuchte, erfuhr ich auch, ob sie mit den Produkten zufrieden waren. Beim Moor zum Einnehmen, das man damals schon bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren, Gastritis, Regel- und Wechseljahresbeschwerden mit sehr gutem Erfolg anwendete, erzählten mir die Frauen, dass sie davon Verstopfung bekamen. Als Gegenmittel tranken sie dann immer ein Sauerwasser, welches Schmerzen in der Nierengegend auslöste. Im Laufe der Zeit häuften sich diese Beschwerden, und ich stellte den Verkauf vom Moor zum Einnehmen ein. Trotzdem ließ es mir keine Ruhe, denn ich wusste, dass Moor zum Einnehmen bei Frauenleiden wirklich eine gute Heilwirkung erzielte. Ich war ärgerlich, dass diese Nebenwirkung den sonst guten Heilerfolg wieder zunichte machte. Dann übernahm wieder einmal der Zufall die Regie. Ich fand einen Artikel in einer Salzburger Zeitung über das Salzburger Heilmoorvorkommen. Es wurde in dem Bericht als eines der besten Europas beschrieben. Neugierig wie ich war, fuhr ich gleich nach Salzburg zur beschriebenen Moorgegend. Die Bauern dort kannten mich gut, und ich bekam auf meine Fragen auch Antworten. Ein Bauer erzählte mir, dass er sogar geprüftes Heilmoor habe, welches er auch in das Salzburger Paracelsus-Kurhaus liefere. Wir fuhren dann hinaus zu seinen Moorparzellen und er zeigte mir seine Moorstiche. Er bot mir an, so viel von dem Moor zu nehmen, wie ich bräuchte. Als ich so vor einem ca. drei Meter tiefen Moorstich stand, sah ich, dass so ein Moorstich aus verschiedenen Schichten bestand. Sie unterschieden sich deutlich voneinander in der Farbe und der Zusammensetzung. Die Firma, für die ich bisher die Heilmoorprodukte verkaufte, hatte mich nur wenig über die Zusammensetzung und den Inhalt ihrer Produkte aufgeklärt. Deshalb konnte ich nun nicht beurteilen, welche Schicht die beste war. Nach längerem Betrachten entschied ich mich für eine Schicht in zwei Meter Tiefe. Wir fuhren zurück zu dem Bauern und er zeigte mir die Analyse von seinem Moorstich. Genau die Schicht, die ich ausgewählt hatte, war in der wissenschaftlichen Bodenanalyse als das beste Heilmoor ausgewiesen.
Dieses feine Gespür für das Gute und Richtige kam mir später bei der Entwicklung meiner Produkte noch oft zugute. Nun galt es festzustellen, ob man von diesem Moor auch Verstopfung bekam wie von dem anderen Moor, das ich kannte. Ich stellte mein erstes Moor zum Einnehmen her und trank dieses im Selbstversuch mit meiner Frau zwei Wochen lang, zwei mal am Tag. Keiner von uns beiden bekam eine Verstopfung. Das machte mich jetzt erst recht neugierig, und so ließ ich in einem Labor eine Feinanalyse machen. Das Ergebnis dieser Analyse war, dass dieses Heilmoor wirklich von hervorragender Qualität war. Nun wusste ich, dass Moor eben nicht gleich Moor ist und seine Wirkung von seiner Qualität abhängt. In dieser Zeit baten mich immer öfter Bekannte um meine selbstgemischten Tees und Trinkkuren. Trotzdem dachte ich noch nicht an eine Selbstständigkeit und verkaufte weiterhin Legehennen an die Bauern. Eines Tages sah ich auf einem Bauernhof zwei abgemagerte tote Kälber liegen. Der Bauer erzählte mir, dass sie an einem ansteckenden Durchfall gestorben waren. Auch auf den Nachbarhöfen starben die Kälber an diesem Durchfall, trotz der Medikamente vom Tierarzt. Er zeigte mir noch drei Kälber in seinem Stall, die so aussahen, als ob sie den Tag nicht überleben würden. Ich dachte an meine Großmutter, die mir als Kind immer ein sehr bitteres Kräutergetränk gekocht hatte, das ich trinken musste, wenn ich zu viel unreifes Obst gegessen hatte und Durchfall bekam. Ich musste damals zu vier Apotheken fahren, um alle Kräuter zu bekommen, die ich für das Getränk brauchte. Als ich dem Bauern bei meinem Besuch gesagt hatte, dass ich ihm noch am gleichen Tag ein Kräutertrankl für seine restlichen kranken Kälber bringen würde, lachte er und sagte: „Wenn du diese Kälber vor dem Tod retten kannst, bist du ein Wundermandl.“ Ich machte dann zu Hause das Kräutergetränk und fuhr gegen Abend wieder zu dem Bauern. Ich sagte ihm: „Dies Trankl gibst du deinen Kälbern alle drei Stunden, fünf Esslöffel voll. Mehr als sterben können sie sowieso nicht mehr.“ „Da hast du recht“, sagte er. Wir vereinbarten, dass ich ihn am nächsten Morgen besuchen würde, um mich nach den Kälbern zu erkundigen. Es wurde auch für mich eine schlaflose Nacht. Schon um sieben Uhr früh rief ich den Bauern an. Er sagte: „Ich glaube, du bist doch ein Wundermandl. Die drei Viecher hüpfen wieder im Stall umher. Der Durchfall ist weg.“ Dieser Erfolg sprach sich wie ein Lauffeuer bei den Bauern in der ganzen Umgebung herum. Ich konnte kaum noch genug von diesem Mittelchen herstellen. Wie sich schon bald herausstellte, wirkte es bei kleinen und großen Tieren gleichermaßen. Später gab ich dann auch noch das Moor zum Einnehmen dazu, weil sich so die Darmflora schneller wieder aufbaute und sich die Tiere schneller erholten. So viel Erfolg gefiel einem Tierarzt gar nicht, und so flatterte mir bald eine Anzeige wegen Kurpfuscherei ins Haus. Die Strafe wurde auf 1000 Schilling festgelegt. Das war zu der damaligen Zeit ziemlich viel Geld.

In der Zwischenzeit war meine Frau schwer erkrankt. Sie litt seit Jahren an einer chronischen Halsentzündung. Diese wurde über Nacht wieder akut und sie bekam hohes Fieber. Weil ihr Hals zugeschwollen war und sie nichts sagen konnte, befürchtete ich, sie könnte Scharlach haben. Ich rief den Arzt, der ihr ein starkes Medikament verschrieb. Meine Frau lallte nur noch wirres Zeug. Das machte mir so große Angst, dass ich in meiner Not etwas ganz Verrücktes tat. Ich kochte einen Kräutertee zum Gurgeln und gab ihr es Schluck für Schluck ein. Da sie nicht gurgeln konnte, drehte sie ihren Kopf von einer Seite zur Anderen, damit der gesamte Rachenraum benetzt werden konnte. Das machten wir einen halben Tag lang stündlich. Nach sechs Stunden konnte sie wieder etwas sprechen, sodass ich sie verstehen konnte. Wir setzten die Behandlung auch in der Nacht fort. Am nächsten Tag war die Entzündung so weit abgeklungen, dass sie selbst gurgeln konnte. Nach zwei Tagen war die Halsentzündung weg und nach vier Tagen konnte meine Frau wieder aufstehen. Die Tabletten des Arztes hatte sie nur einmal genommen und so wussten wir, dass nicht das Medikament die schnelle Genesung bewirkt hatte, sondern die Kräutermischung zum Gurgeln. Meine Frau gurgelte noch Wochen lang täglich drei Mal und heilte damit ihre chronisch kranken Mandeln vollkommen aus.

Franz Fink’s Lebenswerk

Diese guten Erfahrungen mit der Heilung meiner Frau und meiner eigenen begeisterten mich so, dass ich mich entschloss, der Sache nun auf den Grund zu gehen. Deshalb ging ich zur Wirtschaftskammer und reichte einen Gewerbeschein für die Herstellung von Heilmoor– und Kräuterprodukten ein. Da ich schon drei Jahre mit den fremden Moorprodukten gearbeitet hatte, bekam ich anstandslos den Gewerbeschein. Ich erkundigte mich beim Gesundheitsministerium, was es brauchte, um Moor- und Kräuterpräparate selbst herstellen zu dürfen. Da erfuhr ich, dass diese unter das Lebensmittelgesetz fallen und es dafür sehr strenge Auflagen gibt. Man durfte diese nur als Verzehrprodukte anmelden, aber weder Hinweise darauf geben, gegen welche Krankheiten sie wirken, noch Organe nennen, für die sie nützlich sind. So meldete ich als erstes die Kräutermischung zum Gurgeln und das Präparat gegen den Durchfall bei Tieren an. Diese Anmeldungen waren der Grundstein für unsere eigene Firma, die wir 1972 gründeten. Das Moor und die Kräuter hatten mich nun endgültig in ihren Bann gezogen und ich meldete im Laufe der Jahre noch viele weitere Moor- und Kräuterprodukte an. Meine tüchtige Frau unterstützte mich, wo immer sie nur konnte. Sie nahm sich neben der Kindererziehung gleich der Finanzen unserer Firma an, was dem Unternehmen in den Jahren danach gut getan hat. Aber auch unsere Kinder mussten mit anpacken. Unseren Firmennamen „SonnenMoor“ haben wir schützen lassen und unser Markenzeichen, eine Sonne im Fünfeck, habe ich selbst gezeichnet. Die Küche meiner Frau war unsere erste Produktionsstätte. Und weil schon damals meinen Mittelchen kranke Menschen gut halfen und auch gut vertragen wurden, wurden wir durch die Mundpropaganda immer erfolgreicher und der Platz in der Küche wurde immer enger. Dass sich unser Erfolg schneller als erwartet einstellte, hatten wir wieder einmal einem glücklichen Zufall zu verdanken. Eine Frau aus Wien war bei einem Bauern zu Besuch, und zwar in der Gegend, in der ich zuvor den vielen Kälbern mit meinen Mittelchen helfen konnte. Der Bauer erzählte ihr die Geschichte und gab ihr meine Adresse. Diese Frau hatte schon seit langem eine starke Zahnfleischentzündung, für die sie in Wien bisher kein Mittel zur Besserung gefunden hatte. Ich gab ihr die Kräutermischung zum Gurgeln, weil es bei allen anderen Entzündungen in Mund und Rachen auch gut wirkte. Nach wenigen Tagen war die Zahnfleischentzündung abgeheilt. Von diesem Erfolg erfreut, erzählte sie ihr Erlebnis gleich nach ihrer Heimkehr einem bekannten Reporter einer großen Zeitung. Dieser rief mich an und besuchte uns. Er schrieb dann einen langen Artikel über unsere Produkte. Eine bessere und billigere Reklame für meine Mittel hätte ich mir gar nicht wünschen können. Von nun an kamen täglich Briefe in Haus. Da schilderten mir Menschen ihre Krankheiten, von denen ich viele gar nicht kannte. So beschaffte ich mir Fachliteratur und merkte immer mehr, wie wichtig es ist, zu wissen wie Krankheiten entstehen und welche Organe daran beteiligt sind. Es folgten nun harte Jahre des Studierens. Tagsüber arbeiten, produzieren und verkaufen, nachts lesen. Ein 18-Stunden-Tag war keine Seltenheit und es hieß lernen, lernen und nochmals lernen. Ich erfuhr vieles über die Organe, ihre Funktionen und ihr Zusammenwirken und bekam durch die Erzählungen der kranken Menschen, die mich besuchten, ein Gespür für die Ursachen und Zusammenhänge ihrer Leiden.

Da mir damals viele Menschen schrieben, dass auch ihre Leberwerte nicht in Ordnung seien, machte ich mich als Nächstes daran, ein Spezialpräparat für die Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse zu entwickeln. In weiterer Folge entwickelte ich auf Anfragen Produkte für die Nieren, die Lunge, die Bronchien, das Herz, den Magen, die Nerven, den Darm und die Prostata. Mir war wichtig, dass die Produkte organübergreifend wirken, keine Nebenwirkungen haben und alle miteinander zu kombinieren waren ohne das Wechselwirkungen entstehen.

1978, sechs Jahre nach unserem Start in die Selbstständigkeit, wurde unser Wohnhaus zu klein. Es wurde immer schwerer, Herstellung, Lagerung, Versand und Verwaltung in unserem Wohnhaus unterzubringen. Meine fleißige Frau stand mir zur Seite und weil sie mit der Verwaltung unserer Finanzen so geschickt war, konnten wir uns das ehemalige Käsereigebäude in Anthering kaufen und umbauen. So wie Forscher und Wissenschaftler habe auch ich, wann immer möglich, Selbstversuche mit meinen Entwicklungen gemacht. Es wäre mir aber nie eingefallen, einen 15 Kilogramm schweren Betonriegel als Selbstversuch auf die große Zehe fallen zu lassen, um zu sehen, ob meine Mittelchen auch bei schweren Quetschungen helfen. Aber beim Umbau rutschte mir ein solcher Brocken aus der Hand und landete auf dem Nagel meiner großen Zehe. Zu allem Unglück hatte ich auch noch Sandalen an. Das ganze Nagelbett war zerquetscht und es blutete stark. Aber was nun? Ich badete meine Zehen in der Kräutermischung zum Gurgeln, vermischt mit Arnikatropfen. Dann legte ich einen Verband an und wartete, was der nächste Tag bringen würde. Am nächsten Morgen nahm ich den Verband ab und das dicke Ding an meinem Fuß, einstmals meine große Zehe, schien auf dem Weg der Besserung zu sein. Ich habe sie noch mehrere Tage gebadet und mit der gleichen Mischung einen Verband gemacht. Wochen später war alles abgeheilt. Auch wenn der Versuch nicht freiwillig und schmerzhaft war, er brachte wichtige Erkenntnisse. Unser Kundenstamm wurde von Tag zu Tag größer. Aufgrund der vielen Beratungen, die ich durchführte, hatte ich keine Zeit mehr für die Produktion. Zusätzlich zu meiner Beratungstätigkeit entwickelte ich immer mehr Produkte auf Moor- und Kräuterbasis. Die Produktion und den Vertrieb habe ich auf meine zwei Söhne Siegfried und Manfred übertragen.

Nachdem ich noch immer Kontakt zu den Bauern hatte und immer wieder Kräutermischungen und Moor lieferte, hat der eine oder andere Bauer begonnen meine Produkte zu verkaufen. Manche Bauern waren nicht nur Bauern, sondern hatten auch andere besondere Fähigkeiten, mit denen sie Menschen helfen konnten und hier sind meine Moor- und Kräuterprodukte zum Einsatz gekommen und wurden verkauft. Dies waren meine ersten Wiederverkäufer. Die Erfolge der Kunden sprachen sich bis zu Masseuren und Therapeuten durch, die nun mehr über die Produkte erfahren und diese vertreiben wollten und auch Vorträge mit mir organisieren wollten.

Da ich 1983 offiziell in Pension ging und die Firmenführung an meinen Sohn Siegfried übergeben hatte, war nun Zeit Vorträge zu halten. Ich war in ganz Österreich mit meiner Frau unterwegs und hielt hunderte Vorträge vor Tausenden Besuchern. Unsere Erfolge mit den Produkten blieben auch dem Fachhandel nicht verborgen und so kamen auch aus diesen Branchen immer mehr Anfragen zwecks Verkaufs unserer Produkte. Mein Sohn Siegfried und ich waren nicht mehr in der Lage alle diese Anfragen zu bearbeiten bzw. die Kunden zu betreuen und so wurden 2001 die ersten Außendienstmitarbeiter eingestellt. Ich konzentrierte mich immer mehr auf Beratungen und Vorträge, hielt mit meinem Sohn Seminare für Wiederverkäufer ab und entwickelte weiterhin neue Produkte für Mensch und Tier. Mein Sohn Siegfried führte das Unternehmen sehr erfolgreich, sodass aus anfänglich vier schnell 20 Mitarbeiter wurden. Und so kam es, dass das ehemalige Käsereigebäude auch zu klein wurde, und wir mussten noch auf weitere vier angemietete Lager- und Produktionsräume ausweichen. Somit wurde ein Neubau notwendig und 2004 war es dann soweit, dass wir ins neue Firmengebäude einzogen, wo alle Bereiche unter einen Dach sind.
Im neuen Firmengebäude, in meinem hellen freundlichen Raum, bot ich zwar weniger Beratungen an, da ich mich etwas mehr zurückziehen wollte. Aber ich baute jemanden aus der Firma für Beratungen auf, die dieser eines Tages völlig selbstständig übernehmen konnte.
Im Laufe der Jahrzehnte habe ich mir ein großes Wissen über Moor- und Kräuter, über die Wirkungsweisen meiner Produkte und über die Produktentwicklung angeeignet. Ich wollte auf keinen Fall, das dieses Wissen mit mir stirbt und so war ich froh, und weil es für den Fortbestand der Firma wichtig war, dass mein Sohn Siegfried für diesen Bereich einen Mitarbeiter einstellte, an den ich mein Wissen weitergeben konnte. Dieser Entwicklung stand ich sehr positiv gegenüber. Zum einen weil ich wusste, dass mein Sohn Siegfried mein Lebenswerk zu seinem Lebenswerk machte, und zum anderen, dass mein Wissen und meine Erfahrung weiter den Menschen und Tieren zugute kommt. Und auch deswegen, weil ich mehr Zeit mit meiner Frau verbringen und unseren Hobbys wie Reisen, Kakteen, Fotografieren nachgehen kann. Wir genießen auch die Zeit mit den Enkelkindern, denen ich die Welt des Moores und der Kräuter näher bringen kann.

Ein Blick nach vorne

Es hat sich viel verändert in den letzten 35 Jahren. Gesund sein und so lange wie möglich aktiv am Leben teilhaben, darum geht es uns heute. Ein neues Gesundheitsverständnis entsteht für die natürlichen Zusammenhänge von Körper, Geist und Seele. „An jedem Zahn hängt ein ganzer Mensch“ – eine neue Ganzheitsmedizin wächst heran und verbindet Hilfreiches aus klassischer und High-Tech-Medizin mit der Natur- und Erfahrungsheilkunde. Unser Sohn Siegfried führt seit über 22 Jahren das von mir 1972 gegründete Unternehmen SonnenMoor. Mit großem Erfolg vertreibt er meine Produkte an Kunden in aller Welt. Damals wie heute verdanken wir den Erfolg vor allem den Empfehlungen zufriedener Kunden. Ihr Vertrauen und ihre Bereitschaft uns über ihre Erfahrungen zu berichten, machte es möglich, dass mein 1972 begonnenes Lebenswerk so erfolgreich wurde. Ihnen verdanken wir es auch, dass heute nicht nur begeisterte Privatkunden, sondern auch viele Apotheken, Ärzte, Therapeuten, Heilpraktiker, Masseure, Drogerien, Tierfachhandel und Tierzüchter meine Kräuter- und Moorrezepturen weiterempfehlen und vertreiben.

Mit großer Freude sehe ich mein Lebenswerk in allerbesten Händen und sich über Ländergrenzen hinweg ausbreiten. Und erlebe, wie die Natur- und Erfahrungsheilkunde und die Schulmedizin nun endlich immer näher zusammenrücken.

Zum Wohle des Menschen!

 

Heilmoor und Kräuter Buch von Franz Fink

Natürlich vorsorgen und heilen. Heilmoor & Kräuter-Wissen-Anwendung-Entwicklung.

Das Lebenswerk des Moor- und Kräuterheilers Franz Fink.

Softcover, 160 Seiten, 4-farbig bebildert, ISBN 978-3-200-02681-0
Erstauflage 9/2002, überarbeitete Auflage 13/2009

Viele Jahre lang, schon vor der Gründung von SonnenMoor in 1972, erforschte Franz Fink die Wirkungsweisen von Kräutern und Moor. Auf einzigartige Weise kombinierte er dann diese wertvollen Heilmittel aus der Natur zu Produkten für die innere Anwendung und äußere Anwendung.

In diesem Buch stellt der Naturkundige sein Lebenswerk vor. Er zeigt viele Möglichkeiten zum Gesund werden und Gesund bleiben auf und begeistert für eine ganzheitliche Vorsorge und Gesundheitspflege. Franz Fink regt zum Nachdenken über die eigene Gesundheit an und zeigt, wie jeder mit einfachen Hilfen aus der Natur seiner Gesundheit Gutes tun, Schmerzen lindern und somit neue Lebensfreude gewinnen kann.

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