Die Wirkung bzw. der Anwendungsbereich von Bitterstoffen

Was ist der Einsatzbereich bzw. Anwendungsbereich von Bitterstoffen?

Also die Bitterstoffe machen wie schon erwähnt, diese hormonellen und immunologischen Veränderungen. Aber auch der Hunger nach Süßem, dieser ganze Energiehunger, die Stoffwechselverwirrungen, die wir durch die heutige Nahrung sehr sehr oft sehen, werden durch Bitterstoffe enorm gut beeinflusst. Man kann einmal versuchen bei Wetterfühligkeit, bei Kopfschmerzen, bei Überlastungen, bei langer Computerarbeit, eben wenn es zu diesem Süßhunger kommt, statt einer Schokolade diesen Bitter-Spray zu verwenden. Und natürlich kann man auch zum Beispiel versuchen die orale Befriedigung des Zigarettenrauchens zu beeinflussen, in dem man Bitterstoffe nimmt, um hier einen Effekt zu haben, der das ersetzt.

Warum Bitterstoffe zum Entschlacken eine wesentliche Rolle spielen?

Bitterstoffe passen natürlich sehr gut in jede Entschlackungskur. Man hat festgestellt, dass die Bitterrezeptoren nicht nur im Mund sind, sondern auch im Darm. Über die Anregung der Bitterrezeptoren entstehen immunologische hormonelle Kaskaden. Das haben die neuesten Forschungen ergeben und hier trifft sich die neueste Forschung mit der traditionellen chinesischen Medizin, die das immer schon so beschrieben hat. Das Bittere wurde zum Beispiel traditionell bei Müdigkeit für die Leber-Entgiftung sehr gerne verwendet und wirkt auch in der chinesischen Medizin auf den Herzmeridian. Bitter geht zum Herzen sagt man, aber diese Bitterstoffe gehen uns heute in der Nahrung immer mehr ab, obwohl sie eine Entgiftung ideal unterstützen würden.

Welche Wirkung haben Bitterstoffe im menschlichen Körper?

Interview mit Dr. med. univ. Walter Wührer Facharzt für Allgemeinmedizin aus Salzburg

1) In den Medien liest man immer wieder, dass Bitterstoffe für unseren Körper so gesund sind. Was sagen Sie dazu?
Bitterstoffe waren noch nie so wichtig wie heute. Die vielen schädlichen Umwelteinflüsse können durch Bitterstoffe zumindest teilweise ausgeglichen werden.

2) Welche Wirkung haben Bitterstoffe im menschlichen Körper?
Die bekannteste Wirkung ist der Einfluss auf die Verdauung. Nach neuesten Erkenntnissen befinden sich nicht nur auf der Zunge Geschmacksrezeptoren sondern auch im Darm und hier stimulieren Bitterstoffe u.a. das Hormon- und Immunsystem. Bitterstoffe haben aber weit über den Verdauungstrakt hinaus Einfluss auf den ganzen Körper. Positive Wirkungen sind u.a. auch auf das Nervensystem, das Herz- Kreislaufsystem und den Säure-Basen-Haushalt bekannt.

3) Für wen sind Bitterstoffe besonders wichtig?
Bitterstoffe sind für alle Menschen zur Gesunderhaltung zu empfehlen. Bei Verdauungsbeschwerden, Kopfschmerzen und gegen den Hunger nach Süßem werden Bitterstoffe traditionell gerne eingesetzt.

4) Haben wir einen Mangel an Bitterstoffen in der natürlichen Ernährung? Und wenn ja, warum?
Die Ernährungsgewohnheiten haben sich stark verändert. Schon Kleinkinder gewöhnen sich schnell an die appetitlichen Farben und den süßen Geschmack der angebotenen Kindernahrung. Aus dem Gemüse und den Salaten wurde der bittere Geschmack gleichsam herausgezüchtet. Die Nahrung ist heute vielmehr ein Kunstprodukt als ein natürliches Lebensmittel. Ich stelle oft fest, dass kranke Menschen den Sinn für das, was ihnen gut täte, verloren haben.

5) Wie kann man Bitterstoffe am besten zuführen?
Natürlich über die Nahrung. Das einfachste wäre in der eigenen Umgebung nach Bitterpflanzen zu suchen. Löwenzahn ist bei uns zum Beispiel sehr verbreitet und wächst in Fülle dort, wo er am meisten gebraucht wird. Sowohl aus den Blättern als auch als den Wurzeln lässt sich zum Beispiel ein Salat zubereiten. Alternativ kann man natürlich auf qualitative Präparate zurückgreifen.

6) Wie lange oder wie oft sollte man Bitterstoffe zu sich nehmen?
Bitterstoffe kann und soll man immer nehmen, wie immer die Dosis ausschlaggebend. Bei Gallenleiden ist durch die Anregung der Säfte zum Beispiel Vorsicht geboten. Je ausgeglichener ein Mensch ist, umso besser spürt er, was er braucht. Gerade für diese Harmonisierung sind die Bitterstoffe ebenfalls wertvoll.

Dr. med. univ. Walter Wührer – Facharzt für Allgemeinmedizin, Salzburg

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