Heilkräuterlexikon
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Melisse

(Melissa officinalis)

Volksname: Zitronenmelisse

Vorkommen: Die Melisse stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, ist heute jedoch in weiten Teilen Europas verbreitet. Sie wächst bevorzugt an sonnigen bis halbschattigen Standorten mit nährstoffreichen, lockeren Böden und findet sich häufig in Gärten, an Waldrändern sowie in Siedlungsnähe.

Anwendung von Melisse in der traditionellen Naturheilkunde:
Melisse wird traditionell zur Unterstützung von Entspannung und innerer Ausgeglichenheit geschätzt. In der Volksheilkunde findet sie Anwendung bei nervöser Unruhe, Stress und Einschlafproblemen. Darüber hinaus wird sie zur Beruhigung des Magen-Darm-Traktes eingesetzt, etwa bei Völlegefühl oder
krampfartigen Beschwerden. Aufgrund ihres angenehmen Zitronenduftes gilt die Melisse zudem als stimmungsaufhellend und wird häufig in Tees und Kräuterzubereitungen zur Förderung des allgemeinen Wohlbefindens verwendet.

Quendel

(Thymus pulegioides)

Volksname: Feldthymian

Vorkommen: Quendel ist in ganz Europa heimisch und wächst bevorzugt auf trockenen, sonnigen Standorten. Man findet ihn auf mageren Wiesen, Heiden, steinigen Hängen, Waldrändern und in höheren Lagen der Alpen und Mittelgebirge. Seine niedrige, teppichartige Wuchsform macht ihn zu einer typischen Pflanze warmer, nährstoffarmer Böden.

Anwendung des Quendels in der traditionellen Naturheilkunde:
Quendel wird in der Volksheilkunde besonders zur Unterstützung der Atemwege geschätzt. Seine aromatischen ätherischen Öle gelten als schleimlösend, wohltuend bei festsitzendem Husten und hilfreich bei irritierten Atemwegen. Traditionell setzt man Quendel bei Erkältungen und zur Pflege der Bronchien ein, um die Atmung zu erleichtern. Darüber hinaus wird die Pflanze wegen ihrer mild entzündungshemmenden und beruhigenden Eigenschaften auch zur Pflege des Verdauungstraktes und zur Stärkung in Erschöpfungsphasen verwendet. Sein würziges Aroma macht ihn zudem zu einer beliebten Heil- und Gewürzpflanze.

Ringelblume

(Calendula officinalis)

Volksname: Goldblume

Vorkommen: Die Ringelblume stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, ist heute jedoch in ganz Europa verbreitet. Sie gedeiht bevorzugt auf sonnigen, nährstoffreichen Böden und findet sich in Gärten, auf Feldern sowie in warmen, gemäßigten Regionen.

Anwendung der Ringelblume in der traditionellen Naturheilkunde:
Die Ringelblume wird seit Jahrhunderten als vielseitige Hautpflegpflanze geschätzt. Ihre Inhaltsstoffe gelten traditionell als beruhigend, regenerierend und mild entzündungshemmend. Besonders oft wird sie zur Pflege spröder Lippen sowie rauer oder irritierter Haut eingesetzt. Salben und Auszüge aus Ringelblumenblüten unterstützten die natürliche Hautregeneration und werden zur Pflege kleinerer Hautverletzungen, Rötungen oder trockener Hautpartien verwendet. Die Ringelblume gilt zudem als wohltuend bei Witterungsreizen und wird häufig zur täglichen Hautpflege genutzt.

Rosmarin

(Rosmarinus officinalis)

Volksname: Weihrauchkraut

Vorkommen: Rosmarin stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und ist heute in vielen Teilen Europas verbreitet. Er wächst bevorzugt an sonnigen, warmen Standorten mit trockenen, gut durchlässigen Böden und gedeiht besonders gut in mediterranen Klimazonen. In Mitteleuropa wird Rosmarin häufig kultiviert.

Anwendung von Rosmarin in der traditionellen Naturheilkunde:
Rosmarin wird traditionell als belebende und durchblutungsfördernde Pflanze
geschätzt. In der Volksheilkunde findet er Anwendung zur Unterstützung des
Kreislaufs, bei Müdigkeit und Erschöpfung sowie zur Förderung der Konzentration. Seine ätherischen Öle gelten als anregend für die Verdauung und werden bei Völlegefühl und träger Verdauung eingesetzt. Äußerlich wird Rosmarin zur Lockerung verspannter Muskulatur und zur belebenden Hautpflege verwendet.

Rosskastanie

(Aesculus hippocastanum)

Volksname: Wilde Kastanie

Vorkommen: Die Rosskastanie stammt ursprünglich aus Südosteuropa, ist heute jedoch in weiten Teilen Europas verbreitet. Sie wächst bevorzugt in Parks, Alleen, an Straßenrändern sowie in Gärten und gedeiht besonders gut auf nährstoffreichen, tiefgründigen Böden in gemäßigten Klimazonen.

Anwendung von Rosskastanie in der traditionellen Naturheilkunde:
Die Rosskastanie wird traditionell zur Unterstützung der Bein- und
Gefäßgesundheit geschätzt. In der Volksheilkunde findet sie Anwendung bei müden, schweren und beanspruchten Beinen sowie zur Förderung der Durchblutung. Ihre Inhaltsstoffe gelten als stärkend für die Gefäßwände und unterstützend für den venösen Rückfluss. Äußerlich wird Rosskastanie häufig in Einreibungen und Salben verwendet, um ein belebendes, kühlendes und entlastendes Gefühl in den Beinen zu fördern.

Salbei

(Salvia officinalis)

Volksname: Küchenkraut

Vorkommen: Salbei stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, ist heute jedoch in vielen Teilen Europas verbreitet und wird sowohl wildwachsend als auch kultiviert. Er bevorzugt sonnige, warme Standorte mit durchlässigen, eher trockenen Böden und gedeiht besonders gut in mediterranen und gemäßigten Klimazonen.

Anwendung von Salbei in der traditionellen Naturheilkunde:
Salbei wird traditionell zur Regulierung von übermäßiger Schweißbildung
geschätzt und findet besonders bei Hitzewallungen Anwendung. In der
Volksheilkunde nutzt man ihn zur Unterstützung des hormonellen Gleichgewichts in den Wechseljahren sowie zur Kühlung und Stabilisierung des Körpers bei innerer Hitze.

Sanddorn

(Hippophae rhamnoides)

Volksname: Zitrone des Nordens

Vorkommen: Sanddorn ist in weiten Teilen Europas und Asiens verbreitet und wächst bevorzugt an sonnigen, windigen Standorten. Man findet ihn häufig an Küstenregionen, auf Dünen, Kiesflächen, Flussufern sowie in Gebirgsregionen. Die Pflanze ist äußerst widerstandsfähig und gedeiht auch auf nährstoffarmen Böden.

Anwendung von Sanddorn in der traditionellen Naturheilkunde:
Sanddorn wird traditionell aufgrund seines außergewöhnlich hohen Vitamin-C-Gehalts geschätzt. In der Volksheilkunde findet er Anwendung zur Stärkung des
Immunsystems sowie zur Unterstützung in Zeiten erhöhter Belastung oder während der kalten Jahreszeit. Darüber hinaus wird Sanddorn zur Förderung der
Regeneration und zur allgemeinen Kräftigung eingesetzt. Sanddornöl findet
außerdem Verwendung zur Pflege von Haut und Schleimhäuten, da es als regenerierend und schützend beschrieben wird.

Schafgarbe

(Achillea millefolium)

Volksname: Balsamgarbe

Vorkommen: Die Schafgarbe ist nahezu in ganz Europa verbreitet und wächst bevorzugt auf Wiesen, Weiden, Ackerrändern, Böschungen und Lichtungen. Sie gedeiht sowohl in niedrigen Lagen als auch im Gebirge und ist aufgrund ihrer Robustheit eine typische Pflanze offener, sonniger Standorte.

Anwendung der Schafgarbe in der traditionellen Naturheilkunde:
Die Schafgarbe wird traditionell als vielseitige Heilpflanze geschätzt, besonders für den Verdauungstrakt und die Pflege empfindlicher Schleimhäute. Ihre Bitterstoffe und ätherischen Öle gelten als wohltuend bei Völlegefühl, leichten Krämpfen und zur Unterstützung einer harmonischen Verdauung. In der Frauenheilkunde findet sie ebenfalls Anwendung, etwa zur Unterstützung in sensiblen Phasen des Zyklus oder zur allgemeinen Stärkung. Aufgrund ihrer ausgleichenden Eigenschaften gilt die Schafgarbe als „Universalheilpflanze“ in Hausmitteln und Teemischungen.

Schlüsselblume

(Primula officinalis)

Volksname: Himmelschlüssel

Vorkommen: Die Schlüsselblume ist in weiten Teilen Europas heimisch und bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte. Man findet sie auf Trocken- und Magerwiesen, an Waldrändern, auf lichten Hängen sowie in Gebirgsregionen bis in mittlere Höhenlagen. Besonders häufig wächst sie auf kalkhaltigen Böden.

Anwendung der Schlüsselblume in der traditionellen Naturheilkunde:
Die Schlüsselblume wird traditionell vor allem zur Unterstützung der oberen Atemwege genutzt. Ihre reichhaltigen Saponine gelten als schleimlösend und wohltuend bei Erkältungen, Schnupfen und Nasennebenhöhlenentzündungen.

Spitzwegerich

(Plantago lanceolata)

Volksname: Lungenblattl

Vorkommen: Spitzwegerich ist in ganz Europa weit verbreitet und äußerst anpassungsfähig. Er wächst auf Wiesen, Wegrändern, Böschungen, in Gärten sowie auf trockenen wie auch nährstoffreichen Standorten. Selbst im Gebirge ist er bis in höhere Lagen zu finden.

Anwendung des Spitzwegerichs in der traditionellen Naturheilkunde:
Spitzwegerich wird seit Jahrhunderten zur Unterstützung der unteren Atemwege geschätzt. Seine Schleimstoffe und sekundären Pflanzenstoffe gelten traditionell als wohltuend bei Reizhusten, Husten und Verschleimung. Durch seine beruhigende und leicht entzündungshemmende Wirkung wird er häufig in Hustensäften, Teemischungen oder als frischer Presssaft verwendet.

Echtes Süßholz (Süßholzwurzel)

(Glycyrrhiza glabra)

Volksname: Süßholz

Vorkommen: Die Süßholzwurzel stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und Westasien, wird heute jedoch in vielen warmen Regionen Europas kultiviert. Sie bevorzugt sonnige Standorte mit tiefgründigen, lockeren Böden und wird vor allem in landwirtschaftlicher Kultur angebaut.

Anwendung der Süßholzwurzel in der traditionellen Naturheilkunde:
Die Süßholzwurzel wird traditionell vor allem zur Unterstützung der Atemwege und des Verdauungstraktes verwendet. Ihre Inhaltsstoffe – insbesondere Glycyrrhizin – gelten als schleimlösend, beruhigend und wohltuend bei Reizhusten. Ebenso setzt man Süßholzwurzel bei gereizter Magen- und Darmschleimhaut ein, da sie als mild entzündungshemmend und schützend beschrieben wird. Aufgrund ihres natürlichen, süßen Geschmacks findet sie zudem in vielen Kräutermischungen Verwendung, um den Geschmack zu harmonisieren und die wohltuende Wirkung der Mischung zu unterstützen.

Wacholderbeeren

(Juniperus communis)

Volksname: Kraneawitt

Vorkommen: Der Wacholder ist in großen Teilen Europas heimisch und wächst bevorzugt auf trockenen, sonnigen Standorten. Man findet ihn auf Heideflächen, mageren Wiesen, kalkhaltigen Böden, Waldrändern sowie in Gebirgsregionen bis in mittlere Höhenlagen. Als äußerst robuste Pflanze gedeiht er auch in kargen Landschaften und bildet oft ausgedehnte Bestände.

Anwendung der Wacholderbeeren in der traditionellen Naturheilkunde:
Wacholderbeeren werden traditionell zur Unterstützung der Verdauung und zur Förderung der natürlichen Ausscheidung geschätzt. Ihre aromatischen ätherischen Öle gelten als wohltuend bei Völlegefühl, Blähungen und leichten Verdauungsbeschwerden. In der Volksheilkunde werden Wacholderbeeren außerdem zur Pflege der Atemwege und zur Stärkung in der kalten Jahreszeit verwendet, da ihr würziges Aroma als aktivierend und wärmend beschrieben wird. Auch zur Unterstützung bei Muskelverspannungen oder zur äußeren Einreibung finden sie Anwendung. Aufgrund ihres intensiven Geschmacks werden sie zudem oft in Kräuteransätzen und traditionellen Hausmitteln genutzt.

Zichorie (Wegwarte)

(Cichorium intybus)

Volksname: Wegwarte

Vorkommen: Die Zichorie ist in weiten Teilen Europas heimisch und wächst bevorzugt auf sonnigen, trockenen Standorten. Man findet sie an Wegrändern, Böschungen, Wiesen, Ackerrändern sowie auf Schotterflächen und nährstoffarmen Böden. Sie ist eine robuste Pflanze, die auch in warmen Regionen gut gedeiht.

Anwendung von Zichorie in der traditionellen Naturheilkunde:
Die Zichorie wird traditionell zur Unterstützung der Leber- und Gallenfunktion geschätzt. Ihre Bitterstoffe gelten als anregend für den Verdauungstrakt und werden bei Völlegefühl, Appetitlosigkeit und träger Verdauung eingesetzt. Darüber hinaus findet die Zichorie Anwendung zur Förderung des Stoffwechsels und der natürlichen Ausscheidungsprozesse.

Zinnkraut

(Equisetum arvense)

Volksname: Ackerschachtelhalm

Vorkommen: Zinnkraut ist in ganz Europa verbreitet und wächst bevorzugt auf feuchten, sandigen oder kiesigen Böden. Man findet es an Feldrändern, Ufern, Gräben, Böschungen und auf Wiesen. Besonders häufig tritt es in ebenen Lagen auf, kommt aber auch in höheren Regionen vor.

Anwendung von Zinnkraut in der traditionellen Naturheilkunde:
Zinnkraut wird traditionell vor allem zur Unterstützung der Harnwege und zur Förderung der natürlichen Ausscheidung eingesetzt. Sein hoher Gehalt an Kieselsäure gilt als stärkend für Bindegewebe, Haut, Haare und Nägel. In der Volksheilkunde findet es darüber hinaus Anwendung zur Stärkung des Stoffwechsels und wird oft in Teemischungen für Entschlackungs- oder Frühjahrskuren verwendet.